Familienreise

29 September 2006

Essen - Verdauung - Hygiene


Kurz gesagt: Das Essen hier ist nicht der Hammer. Das meiste ist goreng; was fritiert heisst - also fettig. Im Moment ist in Sulawesi keine Fruechtesaison. Also lechzen wir nach Salat und Fruechten. Anna muss an allem zuerst riechen bevor sie es (vielleicht)in den Mund nimmt. Sie hat sich schon ausgewogener ernaehrt. Gian muss allpott auf den Pott, und immer wenn wir Erwachsenen noch am Essen sind.
Manchmal duenkt es uns der Tag sei nur mit Sonnencreme eincremen, Mueckenspray spruehen und Fuedliputzen ausgefuellt.
Aber richtig schlimm hat es uns bis jetzt nie erwischt. Erstaunlich ist, dass Anna so robust ist. Die macht naemlich nochmals die orale Phase durch und nimmt ALLES in den Mund. Uns stehen jeweils die Haare zu Berge. Der Verdacht liegt nahe, sie mache es extra, weil wir uns dann so toll entruesten ueber unser kleines Ferkel.

23 September 2006

Sulawesi - Indonesien

Unterwegs - long distance





Sulawesi ist riesig (30x groesser als Bali) und so haben wir viele Stunden im Auto, im Bus oder Schiff verbracht. Dies ist auch der Hauptgrund warum wir dieses Land nicht unbedingt als Reiseziel fuer Familien mit kleinen Kindern anpreisen wuerden. (Eisenbahn gibts keine). Aber unsere Rettung ist definitiv der iPod. Die Kinder tauchen regelrecht in die Geschichten ein. Sie hoehren dieselbe Geschichte am liebsten 3x hintereinander. Gian rezitiert schon ganze Passagen auswendig. So ueberstehen wir ziemlich gut 8 Stunden Autofahrt an einem Tag.
Und zu Fuss unterwegs sein ist hier auch speziell. Da es hier eher wenig weisse Touristen gibt und erst recht keine weisse kleine Kinder, sind wir immer umringt von Indonesiern. Gian und Anna werden gekneift, gestreichelt und angelacht. Es ist ihnen nicht immer so wohl dabei. Wir mussten auch schon sagen jetzt sei genug, nachdem sie von der gleichen Person 5x in die Backen gekneift wurden. Ein schoenes Bild geben wir jeweils ab, wenn wir in einem Dorf von einer Horde Kindern begleitet werden, die alle Anna, Gian und shanti (schoen) rufen und lachen.



Togian Islands
Ein tropisches Inselparadies, das zum verweilen einlaedt. Der Weg dorthin war weit, doch als wir dort einmal angekommen waren, wurden wir mit weissen Straenden, maerchenhaften Korallenriffen und wunderbaren Sonnenuntergaengen beglueckt. Fuenf Tage vergingen wie im Fluge, dann mussten wir mit der Faehre weiter nach Norden, weil diese nur einmal pro Woche vorbei kommt. Goodbye tropical paradise!



Tentena - Im Urwald unterwegs
In Tentena lernten wir auf dem Weg zum Hotel einen ruestigen alten Mann kennen, der sich als Guide fuer Urwald-Trecking anpries. Seine Erzaehlungen und seine ehrliche und sympathische Art weckten unsere Neugier. Am naechsten Morgen fuhren wir mit Karell per Motorrad zu den Saluopa-Wasserfaellen, dort wo der Urwald beginnt.
Karell (68-jaehrig) ging barfuss mit seinem Rucksack und obenauf Anna huckepack unglaublich flink voran. Karell nannte Anna schlicht "Boss" - da ist was Wahres dran! Stellenweise mussten wir auf allen Vieren bergaufwaerts kragxeln. Dafuer nahmen wir zwischendurch eine erfrischende Wasserfalldusche. Am Nachmittag erreichten wir schliesslich unser Camp, mitten im Urwald gelegen. Wir bekamen ein herrliches Abendessen serviert, Poulet mit Gemuese im Bambusrohr gegart, dazu - wie sollte es auch anders sein - Reis. Erschoepft und zufrieden legten wir uns in unsere Waldbetten, mit Moskitonetz und Plane darueber und lauschten den vielen Geraeuschen des Urwalds. Was wir im Urwald so alles machten: Eine Lianenschaukel bauen und schwingen, Holz sammeln und Feuer machen, auf Karells Bambusfloss den Fluss hinabtreiben, mit dem Messer Holz schnitzen... Kurz: die Natur geniessen.


Urwald-Trekking mit Karell



Lianenschaukel

Auf dem Bambusfloss



Ein erfrischendes Bad im Wasserfall

Toraja Land - South Sulawesi

Gian streichelt einen Toraja-Hahn


Alle Touristen fahren dorthin, wir auch. Eine fruchtbare Berggegend die bekannt ist fuer ihre Beerdigungsrituale, Wasserbueffel und Architektur. Wir wohnten fuer sechs Naechte in Pia's Poppies - ein super low budget hotel - in Rantepao. Mit einem Fuehrer haben wir einer Beerdigungszeremonie beigewohnt. Schon bei der Hinfahrt haben wir den Kinder erzaehlt, dass sie dort Bueffel fuer das Fest toeten werden. Gian fand das gar nicht in Ordnung, wollte dann aber als es so weit war, unbedingt zuschauen und war total fasziniert.
Ein Wasserbueffel wird geopfert

Das Tier wurde gleich gehaeutet und ausgenommen, zerkleinert und das Fleisch an die Gaeste verteilt. Gian hat alles genau beobachtet und uns nachher mit Fragen geloechert. Fragen zu Leben, Tod und Schmerz, die sind nicht immer einfach zu beantworten. Litt der Bueffel? (Es geht lange bis er verblutet und sich nicht mehr bewegt). Fuer Anna wars zu frueh, sie hat geweint und sich in Marina's Schoss vergraben. Wenn eine wichtige Person stirbt, muessen fuer sie mindestens 14 Bueffel geopfert werden, damit ihr Ebenbild als Holzpuppe (Tau Tau) verewigt werden darf. Diese wird dann beim Felsgrab auf einen Balkon gestellt.

Die Tau Taus auf dem Felsbalkon


Die Ahnen werden werden weiterhin mit netten Gaben versorgt. Vor allem Zigaretten haben wir viel gesehen in der Totengruft. Wirklich gute Zigarettenwerbung...